Alles auf Anfang: Interview mit Schulleiter Florian Tschümperlin

Do 18. Januar 2018

Florian Tschümperlin ist seit August 2017 neuer Schulleiter der Berufsfachschule Verkehrswegbauer. Der Bauprofi kehrt zu seinen Wurzeln zurück: Seine Erstausbildung war nämlich das Lehrerseminar in Rickenbach. Welche Pläne der dreifache Schwyzer Familienvater als Schulleiter hat und womit er so gar nicht klarkommt, erfährt man im Interview. 

Florian Tschümperlin, von der Baustelle zurück in die Schule?
Sozusagen. Wobei, ich habe nach meiner Ausbildung zum Primarlehrer nie eine offizielle Klasse gehabt, denn ich bin nach dem Abschluss direkt auf den Bau gegangen. Dort habe ich die Maurerlehre absolviert. Während dieser Zeit habe ich ab und zu auch an der Berufsschule unterrichtet. Nach diversen Weiterbildungen zum Bauführer und Baumeister arbeitete ich 12 Jahre bei der Bolfing AG in Rickenbach. Die letzten Jahre war ich als Oberbauleiter beim Kanton Schwyz für Projektrealisierungen verantwortlich.

Was ist die grösste Herausforderung hier in Sursee?

Es sind eigentlich zwei. Neu habe ich einen ziemlich langen Arbeitsweg. Mit dem Auto von Rickenbach/SZ nach Sursee fahre ich 40 Minuten, da kann ich nicht mehr heim über den Mittag. Die zweite Herausforderung ist die berufliche. Ich übernehme einen Betrieb mit einem eingespielten Lehrerteam. Für sie sowie für die gut 1000 Lernenden trage ich Verantwortung. Bis März 2018 werde ich aber noch eingearbeitet und unterstützt vom ehemaligen Schulleiter Urs Lütolf.

Die wichtigste Eigenschaft, die man als Schulleiter haben muss?
Zuhören können. Und konsequent sein. Da ich sowohl für die Haupt- und Nebenamtlehrer wie auch für die Lernenden eine Ansprechperson bin, sind das wichtige Eigenschaften. Ich schätze mich als guten Zuhörer ein, der erst Informationen sammelt und danach nach einer Lösung sucht, die der Sache dienlich ist. Zudem bin ich immer offen für Neues. Ich denke, wir müssen in unserem Umfeld die Augen offenhalten und schauen, was draussen in der Branche läuft.

Hand aufs Herz – was war Ihr schlimmstes Erlebnis als Schüler?
Grundsätzlich bin ich nicht so gerne zur Schule gegangen. Aber es gibt kein wirklich schlimmes Schulerlebnis, das mich bis heute prägt. Ich habe es überstanden, zwar nicht mit Begeisterung, aber schlussendlich hatte ich ein Ziel vor Augen und ging durch.